"Wo andere aufhören fangen wir erst an, und daher beginnen wir diese Kolumnen mit den letzen Worten des grossen Meisters: Pfui Teufel!" (diefackel.com)
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Karriere, was ist das bitte?
Ein uns allen wohlbekanntes kleines Hauptwort, welches auch trotz Rechtschreibreform noch immer groß geschrieben wird und auch eine derartige (zweifelhafte?) Bedeutung in unserer Gesellschaft genießt.
Ein uns allen wohlbekanntes kleines Hauptwort, welches auch trotz Rechtschreibreform noch immer groß geschrieben wird und auch eine derartige (zweifelhafte?) Bedeutung in unserer Gesellschaft genießt.
Zuerst einmal die Definition dieses Fremdwortes.
Laut Duden (Das Fremdwörterlexikon):
Karriere: (gall.-lat.-provenzal.-fr.; “Rennbahn; Laufbahn”) die; 1. schnellste Gangart des Pferdes. 2. (bedeutende, erfolgreiche) Laufbahn.
Nun ja. Da kommen wir der Sache schon ein bisschen näher. Das Wort hat somit gallische, lateinische und französische Wurzeln und scheint auch aus der Provence was abbekommen zu haben (provenzalisch).
Da kann man doch gleich ein wenig Querdenkerei betreiben. Laut obiger Definition kommt dieses interessante Wort aus dem Umfeld des Pferdes, das vor der Industrialisierung ja noch eine bedeutendere Rolle spielte und erst in unserer Zeit zum Teil als Anschauungsobjekt, aber auch zum Drüberspringen über hübsch bemalte Balken missbraucht bzw. degradiert wurde. Eine nicht zu verachtende Rolle kommt ihnen auch als Statussymbol zu; warten wir einmal, wann dem ersten Pferdchen mit Hilfe eines abgerissenen Mercedessterns ein Brandzeichen verabreicht wird. In wie weit sie auch eine tragende Rolle während des sexuellen Werdegangs bzw. der Reife von jungen Mädels in engen Reiterhosen spielen, ist eine Sache, die noch immer wissenschaftlich mehr als nur umstritten ist (hält sich aber hartnäckig am Leben).
Nun zurück zum eigentlichen. Die Karriere ist anscheinend nicht nur ein Teil des Lebens eines Menschen sondern hängt mit seinem Werdegang zusammen; „er bewegt sich auf einer Laufbahn, die dann auch noch erfolgreiche und bedeutende Nebeneffekte in seinem Leben spielt“. Viele von uns werden jetzt denken: Geld, mit Geld kommen Frauen oder Männer ins Leben,...man vergisst allerdings, dass Mann oder Frau mit dem Partner auch Zeit verbringen sollte. Demnach müsste der Karriere zugunsten der Beziehung Zeit geopfert werden.
Da sind wir schon beim nächsten Problem. Karriere-Typen sind teils so verbissen, dass sie eher mit dem Laptop ins Bett steigen wollen, teils auch mit dem Handy (auf Vibrationsalarm geschaltet). Auf die gleiche Art kann auch die uneingeschränkte Loyalität zur Firma Konflikte heraufbeschwören, wenn diese den Anschein hat größer zu sein als die zum Gegenüber.
Wo kann das dann funktionieren?
Meistens nur im Film, vorzugsweise in denen, welche sich direkt aus dem amerikanischen Traum ableiten. Bestes Beispiel: „Das Geheimnis meines Erfolgs“ (1987) mit Michael J. Fox als über drüber Yuppie-Fuzzi, der sich nach dem College (demnach kein erfahrener Langzeitstudent) die Sporen in einem Konzern seines Onkels verdient. Während einem kurzen Intermezzo als Postbote liest er sicherheitshalber vertrauliche Post und beschließt alles besser für die Firma zu machen, indem er ein Doppelleben führt. Diese Vertrauensverletzung seinem Chef gegenüber und das damit verbundene intrigieren verhilft ihm schließlich zu Reichtum, Macht und seiner (natürlich) großen Liebe. Seine Tante durfte er auch noch vögeln, da sie aber nicht blutsverwandt sind wars wenigstens kein Inzest. Auch das kann der amerikanische Traum sein!
Also nicht nur der Hauptdarsteller ist klein, schmächtig und ein wahrer Witz, der Film ist es auch. Aber zur Zeit des Erscheinens war ich noch in der Altersstufe des abendlichen Pickelausdrückens. Trotzdem scheint er die Gesellschaft geprägt zu haben, andere könnten sagen die Industrialisierte Welt ist einfach eine Zusammenrottung vieler, vieler leichtgläubiger und dummer Menschen.
Wo funktioniert das nicht?
Hier sind vor allem Firmen zu nennen, wo es strikt verboten ist, andere angestellte Geschlechter auch nur aufs vorsichtigste anzubaggern. Schwer zu erraten: die Geheimdienste. Dieses Prinzip der professionellen, beruflichen und firmeninternen Unschuld beinhaltet aber nicht automatisch eine größere Produktivität der Arbeitsgemeinschaften (siehe Weltpolitik). BWL - Studenten lassen grüßen.
Also wir resümieren: Karriere hat seinen Preis, je eher wir uns damit abfinden, desto besser! Viele zwischenmenschlichen Streitigkeiten und persönlichen Belastungen kann Mann und Frau mit dieser Einstellung somit gleich aus dem Weg gehen.
Hätte ich fast vergessen: ratet mal welche Wörter im Duden gleich nach „Karriere“ behandelt werden. Und das ist kein Witz.
Erraten?
Karrierefrau die: Frau, die beruflich eine wichtige Stellung innehat und auf eine erfolgreiche Laufbahn bedacht ist. Also liebe diestandard.at Leserinnen, auf euch wird schon nicht vergessen, wenigstens nicht vom Duden. Da würde doch das Beherrschen eines Pferdes ganz gut dazu passen. Laßt die armen Männer, für die es noch was anderes als den Beruf gibt lieber in Ruh. Denn Mann muss ja euer Unglücklich-Sein nicht auch noch teilen.
Karrierismus der: (abwertend) rücksichtloses Karrierestreben (stimmt wirklich!)
Also was jetzt, liebe Gesellschaft? Da soll man sich noch zurechtfinden.
Und ihr, liebe Leidensbrüder. Wenn es schon Karrierefrauen gibt, die zusätzlich Karrieristinnen (steht gleich unter Karrierismus) sind, Finger weg. Student und berufstätige Karrierefrau verträgt sich übrigens auch nicht gut. Ehrlich!
Laßt mich euch etwas auf den Weg „mitgeben“:
Es gibt wichtigere Dinge im Leben als mit einem Notebook auf dem Bauch einzuschlafen!
Da wir nun schon das Leben „mit“ einem Beruf beschnuppert haben, führt uns das nächste Mal die Tastatur vielleicht zu „Sex am Arbeitsplatz“. Darauf freu ich mich schon, denn mit meinem Studentenzimmer als „Arbeitsplatz“ ist dieses Thema nicht voll ausgeschöpft.
Ihr seht, ich denk auch an was anderes als an Unterwäsche.
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